Austria
Melsungen. Die B. Braun Melsungen AG hat im Geschäftsjahr 2008 trotz der globalen Finanzkrise ihren Umsatz um 6 Prozent auf 3.786,4 Millionen Euro (Vorjahr 3.572,9 Millionen Euro) gesteigert. Das Ergebnis nach Funktionskosten erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 390,6 Millionen Euro (Vorjahr: 377,5 Millionen).
„Durch eine seit Jahren auf organisches Wachstum ausgerichtete Politik war B. Braun 2008 von den Turbulenzen der Finanzmärkte weniger betroffen und konnte an die Entwicklung vergangener Jahre anknüpfen.“, sagte Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG. „Die Rekordinvestitionen in Höhe von 170 Millionen Euro in Deutschland führten allerdings erwartungsgemäß zu einem höheren Zinsaufwand.“
Eine Verbesserung des Konzernjahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr konnte vor allem aufgrund dieser höheren Finanzierungsaufwendungen für die anspruchsvollen Investitionsprojekte sowie durch die Entwicklung der Wechselkurse und der Preise für Rohstoffe und Energie nicht erreicht werden. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 268,8 Millionen Euro 5,0 Prozent niedriger als im Vorjahr (283,0 Millionen Euro). Nach Steuern verbleibt ein noch befriedigendes Ergebnis von 185,0 Millionen Euro (Vorjahr: 217,7 Millionen Euro).
Mittel für Forschung und Entwicklung erhöht
Um die Innovationskraft des Unternehmens weiter zu stärken, wurden in allen vier Sparten wichtige Forschungs- und Entwicklungsprojekte verwirklicht und die Aufwendungen um 12,1 Prozent erhöht. Durch eine weitere Anhebung der Mittel für Forschung und Entwicklung um 10 bis 15 Prozent in 2009 rüstet B. Braun sich in allen Sparten für zukünftige Anforderungen.
Investitionsprogramm fortgeführt
Das 2007 aufgelegte mehrjährige Investitionsprogramm in Gesamthöhe von 1,4 Milliarden Euro wurde fortgeführt und Fabrikneubauten für klinische Ernährungslösungen (LIFE Nutrition) sowie für Dialysemaschinen, Infusions- und Spritzenpumpen (B. Braun Avitum AG) am Standort Melsungen gestartet. Abgeschlossen wurde hier auch der Ausbau der Lager- und Logistikkapazitäten. Die erweiterte Medical-Fertigung durchläuft derzeit den Validierungsprozess. Weitere Investitionsvorhaben betreffen die Werke in Hanoi (Vietnam), São Gonçalo (Brasilien), Lima (Peru) und Rubí (Spanien) sowie Allentown und Irvine (USA). Nach 324,2 Millionen Euro im Jahr 2007 betrugen die Sachanlageinvestitionen diesmal 438,3 Millionen Euro - eine Steigerung um 35,2 Prozent.
Mit dem Erwerb der Firma Gematek, einem Hersteller von Infusionslösungen in Twer (Russland), verbessert B. Braun seine gute Marktposition bei den großvolumigen Infusionslösungen.
Zahl der Mitarbeiter erhöht
Das internationale Wachstum kommt auch in den steigenden Mitarbeiterzahlen zum Ausdruck. zum Jahreswechsel waren 38.132 Beschäftigte für B. Braun tätig (mit Auszubildenden aber ohne Praktikanten und Diplomanden), 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl um 3,8 Prozent auf 10.513. Im Geschäftsjahr 2008 traten 217 junge Menschen bei B. Braun ihre Ausbildung an - gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 5,4 Prozent und ein Rekordwert in der Unternehmensgeschichte. Hinzu kommen 30 Teilnehmer an Einstiegsqualifikationsprogrammen.
Ausblick
B. Braun wird die eingeschlagene Unternehmensstrategie des nachhaltigen organischen Wachstums im Jahr 2009 und darüber hinaus fortführen. „Diese Strategie hat sich im schwierigen Jahr 2008 als außerordentlich robust erwiesen, sodass aus heutiger Sicht - trotz der absehbaren weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - keine gravierenden Anpassungen erforderlich erscheinen“, so Prof. Dr. Ludwig Georg Braun. Für 2009 hält er eine ähnliche Wachstumsentwicklung wie 2008 für möglich.