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Goldener Standard im Bauchdeckenverschluss

Viele unterschiedliche Techniken
Bei allen Patienten erfordert der Bauchdeckenverschluss gute Kenntnisse des Operateurs und hohe Anforderungen an das Nahtmaterial. Die Laparotomie ist der häufigste Zugangsweg in der Viszeralchirurgie und erfordert zum Abschluss einen korrekten Bauchdeckenverschluss.

Bis heute existiert in der chirurgischen Fachwelt keine national und international anerkannte Technik beim Bauchdeckenverschluss. Nach wie vor werden in ein und derselben Klinik mehrere Varianten des Bauchdeckenverschlusses durchgeführt. Von der Einzelknopfnaht über die fortlaufende Nahttechnik mit einer beziehungsweise zwei Schlingen bis hin zu kombinierten Techniken aus Einzelknopf und fortlaufender Nahttechnik. Größtenteils beruhen die durchgeführten Techniken auf guten persönlichen Erfahrungen oder Vorlieben.

Außer Frage steht, dass ein einheitlicher Bauchdeckenverschluss als Standard eine enorme medizinische und auch sozioökonomische Relevanz hätte.
Nicht zuletzt sind viele Kliniken auf Grund der aktuellen finanziellen Situation durch die Reparatur postoperativer Bauchwandhernien finanziell erheblich belastet.

INSECT-Studie
Die Ergebnisse der INSECT-Studie des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) Heidelberg zeigen, dass es postoperativ mehr Bauchwandhernien gibt, als die Chirurgen bisher angenommen haben. Jedoch konnte auch der fortlaufende Verschluss der Faszie die Rate von postoperativen Bauchwandhernien nicht in den einstelligen Bereich bringen. Die Ergebnisse liegen bei durchschnittlich 16 Prozent (max. bis zu 25 Prozent pro Klinik).

Diese Erkenntnis führte zu einer erhöhten Sensibilität der Chirurgen für die Thematik Bauchdeckenverschluss mit dem Ziel, die Rate der postoperativen Bauchwandhernien zu reduzieren. Nicht zuletzt waren die Ergebnisse der INSECT-Studie Auslöser für intensive Diskussionen.

Diese führten dazu, dass mögliche Einflussfaktoren auf die hohe Bauchwandhernienrate näher betrachtet wurden:

  • Die Physiologie und Pathophysiologie in der Wundheilung
  • Die Dynamik der Bauchwand
  • Die hohe Spannung in der Bauchdecke
  • Die Eigenschaften und Funktionen der aktuell verwendeten Nahtmaterialien

Insbesondere die Spannung in der Bauchdecke ist durch die Naht so groß, dass herkömmliche Nahtmaterialien einschneiden. Die Folge sind Gewebetrauma und damit verbundene Gewebsnekrosen mit massivem Gewebetod.

Im Rahmen dieser Überlegungen wurde auch darüber nachgedacht, ob nicht ein Material sinnvoll w ä r e, das die Dynamik und die daraus resultierende Spannung in der Faszie nach Laparotomieverschluss wie ein Stoßdämpfer auffangen könnte. Die Erkenntnis daraus klang folgendermaßen: „Eigentlich bräuchte man ein Gummiband“.

Von der Theorie in die Praxis
Das Auftreten postoperativer Bauchwandhernien wird in der Literatur mit 10 bis 20 Prozent angegeben. Die aktuellen Daten der INSECT-Studie beweisen, dass die Rate der postoperativen
Bauchwandhernien und Wundinfektionen weit im zweistelligen Prozentbereich liegen. Der häufigste abdominale Zugangsweg ist die mediane Laparotomie, welche beim Verschluss mit großen Zugbelastungen verbunden ist und u.a. die hohe Zahl an postoperativen Narbenhernien erklären könnte.

Genügen die heute vorliegenden Nahtmaterialien den dynamischen Anforderungen der Bauchwand nicht? Welche Qualitäten an einen Bauchwandfaden sind gefordert?

1. Misst man die Ausreißkräfte e i n e s Fadens an einer Faszie, benötigt man maximal sechs Kilogramm. Alle modernen Fäden erfüllen diese Anforderung!

2. Während der Heilung ist die Bauchwand unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt. Idealerweise übernimmt der Faden Teile dieser dabei entstehenden Kräfte, das heißt der Faden sollte gummielastische Eigenschaften aufweisen!

3. Die Reparationsphase der Bauchdecke beträgt rund drei Monate, um 75 Prozent der ursprünglichen Widerstandskraft des Gewebes zu erreichen. Daher sollte der Faden zu diesem
Zeitpunkt immer noch über eine Reißkraft von mindestens zwei Kilogramm verfügen.

Alle zur Zeit am Markt verwendeten Grundstoffe für Nahtmaterialien wie Glykol- oder Milchsäure, Caprolacton oder p-Dioxanon erfüllen diese Anforderungen als Polymer nicht, sei es, dass sie zu schnell ihre Reißfestigkeit verlieren, zu steif oder nicht elastisch genug sind. Theoretische Überlegungen ergaben,dass mit 4-Hydroxy-Buttersäure – einem im menschlichen Körper vorliegenden Stoff – diese Eigenschaften erreicht werden könnten.

Mit der textilen Verarbeitung zum monofilen Faden MonoMax® zeigten sich tatsächlich die für einen Verschluss der Faszie nach Laparotomie erwünschten Eigenschaften wie

  • hohe Elastizität
  • bei an die Bauchwandheilung angepasstem Reißkraftverlust.

Nach 90 Tagen liegt die Haltefestigkeit von MonoMax® immer noch bei 50 Prozent der ursprünglichen Reißkraft und ist damit in der Lage, die Bauchdecke auch zu diesem Zeitpunkt noch zu unterstützen und dies bei vorhandener Elastizität und hervorragender Gewebeverträglichkeit.

Dieser an die Bauchwandregeneration angepasste Reißkraftverlust ist durch die kontinuierlich von außen nach innen gehende Oberflächenerosion erklärbar, die erst nach etwas mehr als einem Jahr abgeschlossen ist. Die Prüfung der „richtigen“ Elastizität für MonoMax® erfolgte vorerst an in vitro Bauchwandmodellen. MonoMax® wurde variierenden Kräften – zum Beispiel von 5 auf 20N - über lange Zyklen ausgesetzt. Dabei durfte der Faden nicht „kriechen“, das heißt nicht länger werden und lang bleiben sowie keinesfalls brechen. Um die Anforderungen an die Dynamik der Bauchwand zu erfüllen, wurden die Fadenparameter in Bezug auf optimierte Reißkraft, Elastizität, Flexibilität und Knotensicherheit erarbeitet und in in-vivo-Funktionsstudien nochmals überprüft, bevor in der multizentrisch angesetzten ISSAAC Sicherheitsstudie MonoMax® klinisch eingesetzt wurde.

Die zur Zeit klinisch vorliegenden Resultate stimmen optimistisch, dass mit MonoMax® ein weiterer Schritt zum sicheren Bauchwandverschluss in Bezug auf Reduzierung der postoperativen Narbenhernienraten gemacht werden könnte.

Lösung im Dialog mit dem Anwender
B. Braun Aesculap verspricht mit seiner Philosophie „Sharing Expertise“, Wissen zur Verfügung zu stellen und im interdisziplinären Dialog zu teilen. Im Sinne dieses Versprechens steht B. Braun mit Anwendern von Nahtmaterial im täglichen Dialog. Während der Zusammenarbeit im Rahmen der INSECT-Studie wurden Erfahrungen ausgetauscht sowie Anforderungen und Wünsche definiert.

Mit seiner 100-jährigen Erfahrung in der Produktion von Nahtmaterial hat B. Braun diese Botschaft mit großem Interesse wahrgenommen und entsprechend reagiert.

Die Antwort lautet: MonoMax®. Eine neue Generation Nahtmaterial mit herausragenden Eigenschaften. MonoMax® ist das erste Nahtmaterial, welches bei extremer Belastung Kräfte leichter aufnimmt und dabei seine Stabilität behält. Das Material nimmt bei extremer Belastung die Kräfte leichter auf, ohne dass der Faden das Gewebe einschneidet oder einreißt.

MonoMax® zeigt gegenüber vergleichbaren Nahtmaterialien eine deutlich höhere Reißfestigkeit, unterstützt die Bauchwand physikalisch sechs Monate lang und resorbiert bereits nach einem Jahr vollständig.

MonoMax® ist monofil und außerordentlich komfortabel in der Handhabung und eröffnet neue Perspektiven beim Bauchdeckenverschluss.

MonoMax® – in diesem Material steckt Sicherheit!