Austria
HAI: Eine individuell angepasste kombinierte Ernährungstherapie verbessert das Outcome von Intensivpatienten.
„Auf Intensivstationen erhalten immer noch ungefähr 40 Prozent der Patienten keine optimale Ernährungstherapie“ ist die Meinung von Dr. Rolf Schaefer, Bergisch Gladbach. Er sprach sich in seinem Workshop am Samstag, den 19. September in Berlin für eine individuell angepasste, durchdachte enterale bzw. parenterale oder sogar kombinierte künstliche Ernährungstherapie aus. Der Workshop fand am letzten Tag der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI) in Berlin statt.
Insbesondere auf der Intensivstation stellt die optimale Ernährung kritisch kranker Patienten eine Herausforderung dar. Große operative Eingriffe und septische Krankheitsbilder komplizieren die Situation. Bereits bei Aufnahme litten mehr als zwanzig Prozent der Patienten unter einer Mangelernährung, so Schaefer. Er empfahl zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der beatmeten Intensivpatienten frühzeitig mit der Ernährung zu beginnen, weil das die Überlebensrate signifikant verbessere, sowie die Ernährung an Alter und Gewicht anzupassen. Für den Kalorienbedarf sei gerade bei beatmeten Patienten der Flüssigkeitsverlust sowie der erhöhte Stressfaktor auf Intensivstationen nicht zu unterschätzen. Zu berücksichtigen sei auch die besondere Belastungssituation in den unterschiedlichen Krankheitsphasen der intensiv behandelten Patienten. So sei in der Akutphase keine Ernährungstherapie indiziert, da sie den Körper nur noch stärker belaste. Allgemein zu empfehlen sei bei normalem Krankheitsverlauf nach den ersten 24 Stunden der 0,5 fache, ab dem 4. Tag das 0,75-fache und ab dem 7. Krankheitstag der volle Ruheenergieumsatz.
Ergänzend stellte Schaefer die unterschiedlichen Ernährungskomponenten und ihren Einfluss für das Outcome der Patienten bei unterschiedlichen Krankheitsbildern vor. Aufgrund der Einführung neuer Ernährungskomponenten sowie der Erfahrung der letzten Jahre hat sich die Ernährung des Intensivpatienten zu einer komplexen Therapie entwickelt. Anhand praktischer Beispiele wurden interaktiv die Grundlagen vor allem der parenteralen Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr sowie ihre Probleme und Komplikationen erarbeitet.
Der Workshop wurde von der B. Braun Melsungen AG unterstützt. Weitere Informationen zur Ernährungstherapie erhalten Sie unter www.ernaehrung.bbraun.de.