Infusionstherapie Onkologie

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Infusionstherapie in der Onkologie

Im sensiblen Bereich der Onkologie gelten besondere Anforderungen an die sichere Zubereitung und Applikation von Infusionslösungen mit Zytostatika. Zytostatika werden eingesetzt zur Behandlung von Tumorerkrankungen und gehören zu den sogenannten CMR*-Stoffen (*carcinogen, mutagen, reproduktionstoxisch). Diese sind definiert als krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe. Bereits geringe Mengen dieser hoch potenten Arzneimittel können gesundheitliche Risiken für das Fachpersonal in Apotheke und Krankenhaus darstellen, aus diesem Grund sollte gemäß den aktuellsten Empfehlungen und gültigen Richtlinien gearbeitet werden.

Der Umgang mit Zytostatika und anderen toxischen Substanzen gehört heute zum klinischen Alltag. Die Risiken, die bei der Arzneimittelzubereitung in der Apotheke sowie der Applikation am Patientenbett oder der onkologischen Ambulanz bestehen, erfordern daher eine besondere Vorsicht der Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Bedarfserfassung

Welches Chemotherapie-Schema oder weitere bzw. zusätzliche Therapiemöglichkeiten ein Patient erhalten sollte, kann von der Diagnose und Entscheidung des behandelnden Arztes abhängen.

Zugang

Bei einer chemotherapeutischen Behandlung ist ein implantierter Portkatheter in vielen Fällen der Zugang der Wahl. Er ist geeignet für die Applikation von aggressiven Arzneimitteln, unkompliziert zu handhaben und erhöht den Patientenkomfort. Zur Anwendung können aber auch zentral- oder periphervenöse Zugänge kommen. Ungeachtet der gewählten Art des Zugangs muss sichergestellt sein, dass Infusionslösungen mit Zytostatika in die Vene des Patienten infundiert werden und nicht in das umliegende Bindegewebe gelangen können.

Zubereitung

Zytostatika werden in der Regel im Reinraum von der Apotheke hergestellt. Hier besteht ein sehr hohes Problembewusstsein hinsichtlich der Kontaminationsrisiken im Umgang mit Zytostatika, wie z.B. dermaler Kontamination oder Kontaktkontamination. Um die Risiken, im speziellen die Resorption von gefährlichen Medikamenten, zu verringern, wird während der Zubereitung die Verwendung von geschlossenen Systemen, Handschuhen und nadelfreien Sicherheitsprodukten empfohlen.

Applikation

Auf Station erfolgt die Applikation durch geschultes Personal. Kontaminationen mit diesen Gefahrstoffen, die etwa während der Konnektion der Medikation am Patientenport sowie während des Wechselns zwischen unterschiedlichen Medikationen vorkommen können, können durch den Einsatz geschlossener Infusionssysteme minimiert werden. Die Konnektion aller Medikationen einer Therapie an nur einer Infusionsleitung sowie der Einsatz einer Infusionslösung zum Spülen verhindern ein mehrmaliges Manipulieren am Patientenport und vermeiden durch Zwischenspülung der Leitung mögliche Inkompatibilitäten.

Entlassungsmanagement

In manchen Fällen ist die Weiterführung einer chemotherapeutischen Infusionstherapie auch nach der stationären Behandlung bei onkologischen Patienten notwendig. Oftmals kommen die onkologischen Patienten zu ihren Therapiezyklen in die Onkologische Tagesklinik oder Onkologische Ambulanz. Auch die Übergabe an einen niedergelassenen Pflegedienst ist möglich, sofern dieser onkologische Infusionen verabreichen darf. Durch das Entlassmanagement werden alle diese Aktivitäten koordiniert. So kann gewährleistet werden, dass die Infusionstherapie unkompliziert, reibungslos und nachhaltig fortgesetzt werden kann.