Harnkontinenzstörung Kontinenzversorgung & Urologie

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Harnkontinenzstörung

Die International Continence Society (ICS) definiert Harninkontinenz "als ein Symptom des unfreiwilligen Urinverlusts jeglichen Ausmaßes". Nach aktueller Schätzung sind weltweit 50 - 200 Millionen Menschen von einer Harnkontinenzstörung betroffen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, da die Betroffenen ihre Beschwerden sowohl gegenüber Angehörigen als auch gegenüber Ärzten verschweigen.

Daher hat die Aufklärung über die Ursachen einer Harnkontinenzstörung, die diagnostischen Möglichkeiten sowie über die unterschiedlichsten Therapien eine hohe Priorität, sowohl auf Seiten der Ärzte als auch auf Seiten der Pflegekräfte.

Je früher eine Harnkontinenzstörung behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen, sofern keine schwerwiegenden neurologischen Ursachen und Erkrankungen (z. B. Querschnittslähmung) zugrunde liegen. Im Fokus stehen konservative Untersuchungen und Behandlungen. Nur in Ausnahmefällen ist bei älteren Patienten eine invasive Diagnostik indiziert.

Prävalenz

Die Inzidenz und Prävalenz der Harnkontinenzstörung steigt mit dem Alter an. Frauen sind häufiger von Kontinenzstörungen betroffen als Männer. Die Prävalenz bei den Harninkontinenzformen unterscheidet sich bei Frauen und Männern stark. So wird bei Frauen eine Belastungsinkontinenz am häufigsten diagnostiziert, bei Männern eine Dranginkontinenz.

Ursachen

Harnkontinenzstörungen haben in der Regel eine multifaktorielle Genese. Im Vordergrund steht die strukturell und funktionell gestörte Blasenfunktion. Typisch für ältere Patienten ist die Kombination aus zunehmender Detrusorüberaktivität in der Füllphase und reduzierter Detrusorkontraktilität in der Entleerungsphase mit Restharnbildung.

Bei Männern führt die altersbedingte benigne Prostatahyperplasie zur subvesikalen Obstruktion. Durch die Harnretention entsteht konsekutiv eine Harninkontinenz, oft als Dranginkontinenz mit den typischen Symptomen des unteren Harntrakts.

Bei Frauen atrophiert die vaginale Mukosa durch die postmenopausale Abnahme der Östrogenproduktion. In der Folge entsteht häufig eine Drangsymptomatik, oft begleitet von rezidivierenden Infekten. Insgesamt erhöhen zahlreiche Faktoren das Inkontinenzrisiko im Alter, auch Medikamente gehören dazu.