Für jeden Patienten die richtige Ernährungstherapie

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Auf die richtige Ernährung kommt es an

Die Indikation für eine klinische Ernährungstherapie ist bei jenen Patienten gegeben, die mittels normaler Ernährungsformen nicht bedarfsgerecht versorgt werden können. Eine Ernährungstherapie ist indiziert, wenn der Patient nicht oder nicht ausreichend essen kann, darf oder will.

Die Art der Ernährungstherapie hängt zum größten Teil vom Zustand des Patienten ab. Entscheidend dabei sind das zugrunde liegende Krankheitsbild und der Bedarf des Patienten.

Eine Ernährungstherapie kann entweder oral, z.B. mit Hilfe von oraler Nahrungsergänzung, enteral mittels Ernährungssonden oder parenteral, d.h. durch eine intravenöse Verabreichung der Nährstoffe, erfolgen.

 

Orale Nahrungsergänzung

Wenn normale orale Ernährung nicht ausreichend ist, kann zusätzliche Trinknahrung den nährstofflichen Status des Patienten verbessern. Die Indikationen dafür sind z.B. die krankheitsbedingte Mangelernährung bzw. das bestehende Risiko einer Mangelernährung. Die orale Nahrungsergänzung bewirkt die Verbesserung der Aktivität, Lebensqualität, Unabhängigkeitsmaßnahmen - insbesondere bei älteren, unterernährten Patienten.

Enterale Ernährung

Als enterale Ernährung bezeichnet man die Zufuhr der Makro- und Mikronährstoffe mittels Ernährungssonde unter Einbeziehung des Magen-Darm-Trakts. Sie wird alleine oder in Kombination mit der parenteralen Ernährung oder in Kombination mit der oralen Ernährung angewendet. Eine enterale Applikation der Nahrung über eine Sonde setzt entsprechende digestive und resorptive Kapazitäten voraus. Der Gastrointestinaltrakt muss funktionsfähig sein.

Parenterale Ernährung

Bei parenteraler Ernährung werden die Nährstoffe durch Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht. Sie ist indiziert, wenn die oral und enteral aufgenommene Nahrungsmenge nicht ausreicht, um den Bedarf eines Menschen zu decken. Die parenterale Ernährung umfasst zwei mögliche Applikationsarten: periphervenös oder zentralvenös. Die Grundbausteine sind Aminosäuren, Kohlenhydrate (Glucose) und Fette.

Prozesse in der Ernährungstherapie


Eine Ernährungstherapie umfasst jegliche Form der Ernährungsunterstützung, angefangen von einer Speisenanreicherung für Patienten, die nicht mehr ausreichend essen oder essen können, bis hin zu einer vollständigen parenteralen Ernährung, wenn Patienten ihren Nährstoffbedarf nicht auf oralem oder enteralem Weg decken können. Unsere Körperreserven sind normalerweise in der Lage, kurzzeitige Fastenperioden zu kompensieren. Für Patienten, die bereits mangelernährt sind oder die ein Risiko für eine Mangelernährung haben, können jedoch schon kurzzeitige Perioden ohne adäquate Nährstoffzufuhr dazu führen, dass sich das klinische Outcome verschlechtert und sich das Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko erhöht.

Untersuchungen zufolge sind ca. 20 – 50% der Patienten im Krankenhaus mangelernährt und bedürfen einer Ernährungstherapie. Einer Ernährungstherapie liegt ein strukturierter Prozess zu Grunde. Die verschiedenen Prozessschritte ermöglichen es, über die Erfassung der Ernährungssituation des Patienten die richtige Form der Ernährungsunterstützung abzuleiten und so eine auf den Bedarf des Patienten zugeschnittene Therapie zu konzipieren, die im Bedarfsfall sogar über den Krankenhausaufenthalt hinaus weitergeführt werden kann.  

Bedarfserfassung

Mit Hilfe eines routinemäßigen Ernährungs-Screenings lassen sich Patienten systematisch auf das Risiko bzw. das Vorliegen einer Mangelernährung untersuchen. Auf  Basis der Ergebnisse entscheidet der Arzt, welche Form der Ernährungstherapie notwendig ist  und  wie die Ernährung bestmöglich verabreicht werden soll. Im Bedarfsfall wird die entsprechende Ernährungstherapie durch den Arzt verschrieben.

Zugang

Für die enterale und parenterale Ernährungstherapie ist ein entsprechender Zugang notwendig: Die enterale Ernährung kann z.B. mittels einer Magensonde oder mit Hilfe einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie-Sonde (PEG) appliziert werden. Die parenterale Ernährung wird entweder über eine periphere Vene, einen zentralvenösen Katheter oder einen implantierbaren Port appliziert.

Zubereitung

Enterale Ernährungsprodukte sind in der Regel  gebrauchsfertig als Trink- oder Sondennahrung verfügbar. Eine parenterale Ernährung kann entweder über Einzelkomponenten oder über gebrauchsfertige Mehrkammerbeutel verabreicht werden. Vitamine und Spurenelemente werden diesen in der Regel zugefügt. Bei Neugeborenen und Kleinkindern ist es notwendig, die Ernährung auf den individuellen Bedarf abzustimmen (Compounding). Diese speziellen Regime werden durch eine Apotheke gefertigt.

Applikation

Für die Verabreichung der enteralen oder parenteralen Ernährung sind entsprechende Applikationssysteme notwendig. Spezielle Verabreichungssysteme gewährleisten, dass es zu keinen unbeabsichtigten Verwechslungen enteraler und intravenöser Applikationen kommt und somit die Sicherheit für alle Beteiligten erhöht wird. Für die Applikation enteraler Sondenernährung wird der Einsatz von Sicherheitssystemen (ENFit™) empfohlen. ENFit™ ist der neue Design-Standard für enterale Applikationssysteme, der den Marktanforderungen nach maximaler Patientensicherheit gerecht wird. Für die Applikation von Ernährungslösungen mit Hilfe von Infusionspumpen stehen spezifische enterale/parenterale Sets zur Verfügung. Dank dieser lässt sich die Applikation sicher und effizient gestalten.

Entlassungsmanagement

In manchen Fällen ist die Weiterführung einer Ernährungstherapie auch nach der stationären Behandlung notwendig. Dies ist z.B. bei onkologischen Patienten oder Kurzdarm-Patienten der Fall. Durch ein Entlassungsmanagement werden alle Aktivitäten koordiniert und die Übergabe an einen niedergelassenen Pflegedienst organisiert. So kann gewährleistet werden, dass die Ernährungstherapie unkompliziert, reibungslos und nachhaltig fortgesetzt werden kann. Erfahren Sie mehr.