Ernährung mit Stoma Patienteninformation

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Was darf ich essen?

„Was kann ich essen?“ oder „Vertrage ich noch alles?“ sind Fragen, die viele Stomaträger beschäftigen. Zusätzlich haben Sie vielleicht Bedenken wegen möglicher unangenehmer Gerüche, Blähungen und Durchfall.

Grundsätzlich hängt es von der Art Ihres Stomas, der Grunderkrankung und der individuellen Empfindlichkeit ab, ob und welche Nahrung Sie vertragen.

Allgemeine Richtlinien für Diäten gibt es nicht, allerdings wird eine ausgewogene Ernährung empfohlen. Mussten wegen einer Stoffwechselkrankheit (zum Beispiel Diabetes mellitus) bereits vor dem Eingriff Diätvorschriften befolgt werden, haben diese auch nach der Operation Bestand.

Ernährung mit Stoma

So viel Einschränkung wie nötig – so genussvoll wie möglich. Damit Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten besser auf Ihr Stoma einstellen können, haben wir an dieser Stelle einige allgemeine Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, sich gesund und angemessen zu ernähren:

  • Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter pro Tag.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig (vor allem, wenn Sie zu Verstopfung neigen).
  • Meiden Sie Nahrungsmittel, die Sie bereits vor der Operation nicht vertragen haben.
  • Verzichten Sie auf blähende Nahrungsmittel.
  • Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich.
  • Essen Sie regelmäßig, das führt zu einem gleichmäßigen Darmrhythmus.
  • Nehmen Sie die Abendmahlzeit nicht zu spät ein, um nächtliche Ausscheidungen zu vermeiden.
  • Faserreiche, schwer verdauliche Nahrungsmittel sind nur in begrenztem Maße, durchgegart und gut zerkleinert zu empfehlen, da Zellulosefasern nicht verdaut werden können. Das gilt besonders für Spargel, verschiedene Obstsorten und Pilze.
  • Vorsicht bei Zitrusfrüchten: Sie verstärken die Aggressivität des Dünndarmstuhls.
  • Vermeiden Sie hochprozentigen Alkohol. 

Neben diesen allgemeinen Ratschlägen möchten wir Ihnen im Folgenden einige Tipps geben, die auf spezielle Stomaarten zugeschnitten sind.

Kolostomieträger ....
… sollten sich ballaststoffreich ernähren und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Vorsicht ist geboten bei: Nüssen, Brot mit Körnern, Mais, Bohnen, Sellerie, Kohlgemüse, Sauerkraut, Trockenfrüchten (vor allem Pflaumen), da diese Nahrungsmittel vermehrt Blähungen und Durchfälle hervorrufen können.

Bei einer Transversostomie …
… ist besonders auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Es kann zu dünnflüssigeren und häufigeren Ausscheidungen kommen, da der verbliebene Dickdarm zu kurz ist, um dem Stuhl ausreichend Wasser zu entziehen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Flüssigkeitsverlust, der ausgeglichen werden muss.

Ileostomieträger ....
… haben Aufgrund der Unfähigkeit, Flüssigkeit wieder in den Körper aufzunehmen, einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Die Trinkmenge sollte möglichst nicht unter 2,5 Liter liegen. Am leichtesten ermittelt man die ausreichende Trinkmenge anhand der täglichen Urinmenge. Diese sollte nicht unter 1-1,5 Liter liegen. Bei Getränken mit Kohlensäure ist zu beachten, dass die enthaltene Kohlensäure zu vermehrten Blähungen führt. Grobfaserige Lebensmittel können Ursache einer sogenannten Stomablockade (Verstopfung) werden. Je nachdem, wie viel Dünndarm erhalten geblieben ist, kann es zu einer verminderten Aufnahme von Vitaminen kommen. Achten Sie darauf ausreichend Vitamine zu sich zu nehmen und ziehen Sie Ihren Arzt hinzu.

Urostomieträger ....
… müssen unbedingt auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Der für die Ableitung des Urins verwendete Darmabschnitt produziert Schleim, welcher bei zu geringer Ausscheidung fest wird und zu einer Verstopfung der Urostomie führen kann. Zusätzlich kann es bei nicht ausreichender Spülung der Nieren zu Harnwegsinfekten kommen.

Eine sensible Balance: Durchfall und Verstopfung vermeiden

Für Stomaträger ist es besonders wichtig, die Konsistenz des Stuhls konstant zu halten. In der folgenden Tabelle haben wir einige Nahrungsmittel und ihre Wirkung auf die Verdauung aufgeführt. So sehen Sie auf einen Blick, wie Sie Verstopfung und Durchfall gezielt gegensteuern können.

  Meiden Bevorzugen
Durchfall Alkohol, Bohnen, fette Speisen, Kaffee, Nikotin, Pflaumen, Rohkost, Rohmilch, zu scharf gewürzte Speisen, Sauerkraut, Spinat  Fett-, eiweiß-, faser- und gewürzarme Kost: Fein geriebener Apfel, zerdrückte Banane, dunkle Schokolade, Haferflocken, schwarzer Tee, Weißbrot
Verstopfung  Eier, Kakao, Kartoffeln, Teigwaren, dunkle Schokolade Vollkornprodukte, Müsli, Frisch- und Trockenobst, Rohkost, Salat, Säfte (zum Beispiel Pflaumen- oder Sauerkrautsaft) sowie Milchprodukte
Vorsicht:
Erschwerte Ausscheidung (mögliche Stomablockade)
Kopfsalat, Mais, Mango, Nüsse, Pilze, Sellerie, Spargel, Trockenfrüchte, Zwiebel  

Blähungen entgegenwirken
Schnelles Essen, schlechtes Kauen, alle Kohlsorten oder eine Milchunverträglichkeit können Blähungen verursachen. Gewürze sowie kohlensäurehaltige Getränke sind ebenfalls häufige Auslöser. Probieren Sie Fenchel-, Kümmel- und Anistee, Kümmelöl, Heidelbeer- und Preiselbeersaft, „grünes Gemüse" und Joghurt, um Blähungen zu vermeiden.

Blähend Aprikosen, Alkohol, unreife Bananen, frisches Brot, Eier, Gurken, Hefegebäck, Hülsenfrüchte, kohlensäurehaltige Getränke, Knoblauch, Lauch, Mais, rohe Paprika, Schwarzwurzeln, Zwiebelgewächse
Blähungshemmend Ceylon-Zimt, Fenchel-Anis-Kümmel-Tee, Muskatnuss, Joghurt, Quark, Preiselbeeren

Kann ich den Geruch der Ausscheidungen beeinflussen?
Viele Stomaträger haben Bedenken, dass die Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung störende Gerüche wahrnehmen könnten. Wie Sie darauf Einfluss nehmen können, entnehmen Sie der folgenden Tabelle. Zur Geruchsreduzierung eignen sich vornehmlich Gemüsesorten mit einem hohen Anteil an Chlorophyll. Chlorophyll ist der grüne Farbstoff von Pflanzen und Gemüsen.

Geruchsfördernd Eier, tierische Fette (Schmalz, Gänsefett etc.), Fleisch, Geräuchertes, Hülsenfrüchte, Knoblauch, Kohlarten, Pilze, Zwiebelgewächse
Geruchshemmend Joghurt, Petersilie, Preiselbeeren, Quark, grüner Salat, Spinat

Was muss ich bei der Einnahme von Medikamenten beachten?
Für die Ileostomie gilt: Bei Medikamenteneinnahme muss darauf geachtet werden, dass manche Arzneimittel nicht in den oberen Dünndarmabschnitten vom Körper aufgenommen werden können. Sie werden unverdaut ausgeschieden und sind somit wirkungslos. Dies gilt auch für die „Pille".

Bei der Einnahme von Eisenpräparaten kann sich der Stuhlgang schwarz färben. Bei vermehrter Einnahme von Vitamin C nimmt der Urin eine dunkelgelbe bis orange Färbung an. Bei Präparaten aus der Vitamin-B-Gruppe kann sich der Urin rötlich färben.